Allgemeines

Die Kieferorthopädie beschäftigt sich mit der Korrektur von Zahn- und Kieferfehlstellungen. Diese können sowohl erblich erworben - also angeboren sein. Sie können aber auch durch Fehlverhalten - wie zum Beispiel das gewohnheitsmäßige Atmen durch den Mund anstatt durch die Nase - oder durch Gewohnheiten - wie Daumenlutschen, zu lange Verwendung des Schnullers, Stiftekauen, Zungen- und Lippenbeissen hervorgerufen werden.

Je nach Zeitpunkt des Behandlungsbeginns unterscheidet man Frühbehandlungen von den normalen Behandlungsfällen. Die Entscheidung, wann begonnen wird, trifft Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde.

Die Entscheidung, ob die kieferorthopädische Behandlung bei Ihrem Kind festsitzend oder herausnehmbar durchgeführt wird, trifft ebenfalls Ihr Zahnarzt oder Kieferorthopäde. Oftmals wird eine Kombination der beiden Verfahren als Mittel der Wahl eingesetzt. In schwierigen Phasen der Behandlung wird festsitzend gearbeitet und in Phasen der Retention, das heisst der Sicherung des Behandlungsergebnisses, werden herausnehmbare Apparaturen verwendet.

Ausschlaggebend dafür, wie der überwiegende Teil der Behandlung oder auch die gesamte Behandlung durchgeführt werden, ist der Schweregrad der Behandlung, welche Zahn- und Kieferbewegungen durchgeführt werden sollen, der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns und damit das Alter des Patienten und dessen Mitarbeit.

Sinnvoll ist so eine kieferothopädische Behandlung allemal, denn nur bei richtiger Zahnstellung kann das Gebiss ein Leben lang gesund bleiben. Und gesunde Zähne geben die Sicherheit für ein freies und unbeschwertes Lachen, das das Leben erst lebenswert macht. Allerdings müssen die Zähne während einer kieferorthopädischen Behandlung besonders intensiv gepflegt und gründlich gereinigt werden. Wie das am besten geht, erklärt Ihnen gerne -ganz individuell- Ihre Prophylaxehelferin.
Die Kosten für eine kieferorhopädische Behandlung werden von den gesetzlichen Krankenkassen nur übernommen, wenn gewisse Behanlungsrichtlinien vorliegen. Dann wird die Behandlung für Kinder und Jugendliche am Ende der Milchzahnphase bezahlt. Die zu korrigierenden Zahnfehlstellungen werden in fünf Schweregrade unterteilt. Erst ab der dritten Stufe bezahlen die gesetzlichen Krankenkassen für die kieferorthopädische Behandlung. So wird ein Überbiss (Frontzahnstufe) erst ab einem Abstand von über sechs Millimetern zwischen den oberen  und unteren Frontzähnen als korrekturbedürfigt angesehen.

Jedoch müssen die Versichtern immer einen Eigenanteil von 20% der Behandlungskosten bezahlen. Hat eine Familie mehrere Kinder, die alle noch zu Hause leben und gleichzeitig in kieferorthopädischer Behandlung sind reduziert sich der Eigenanteil auf 10% je Kind. Nach erfogreich abgeschlossener Behandlung wird der gezahlte Eigenanteil wieder an den Vesicherten von der Krankenkasse zurückgezahlt. Wird die Behandlung jedoch abgebrochen oder fehlt es an der erforderlichen Mitarbeit des Patienten, dann behält die Krankenkasse das Geld ein.

Ab dem 18. Lebensjahr bezahlen die Krankenkassen die kieferorthopädische Behandlung nur in Extremfällen, wenn sowohl kieferorthopädische als auch kieferchirurgische Leistungen notwendig werden.

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