Prophylaxe - Die Ernährung

Die richtige Vorbeugung (Prophylaxe) beginnt bereits bei der Ernährung. Zahnkaries, laut Weltgesundheitsorganisation die häufigste Krankheit überhaupt, ist eine Folge falscher Ernährungsgewohnheiten. Der industrialisierte Mensch leidet zunehmend an Zuckerüberfütterung. Da der Verzicht auf Süßigkeiten sehr schwer fällt, sollte die Zuckerzufuhr zumindest auf wenige Minuten am Tag beschränkt werden.
Eine gezuckerte Nachspeise mittags oder abends befriedigt meistens das Verlangen nach Süßem und bedeutet nur eine kurze Kontaktzeit von Zucker und Zahnschmelz. Außerdem können die Zähne zeitnah gereinigt werden, und etwaiger Zahnbelag (Plaque) wird entfernt, bevor er den Schmelz wesentlich angreifen kann.

Da die Säureproduktion in der bakteriellen Plaque unmittelbar mit dem Zuckerkontakt beginnt, sollte man gezuckerte Snacks zwischen den Mahlzeiten vermeiden. Dazu gehören alle klebrigen Süßigkeiten, Schokolade, Crèmeschnitten, Konfitürenbrote, Dörrobst, Caramels, aber auch - und das wird nur zu oft vergessen - die mit Zucker gesüßten Getränke.
Anstelle solcher Nahrungsmittel können wir Frischfrüchte, Frischgemüse - warum nicht einmal eine rohe Karotte? - und zuckerfreies Mineralwasser als Zwischenmahlzeiten bedenkenlos genießen. Aber auch Brot, Butter, Käse, Wurst, Eier und Milch sind vernünftige Snacks.

Auch bei der Bezeichnung "zuckerfrei" ist Vorsicht geboten, da alle Produkte und Lebensmittel, die keinen gewöhnlichen Haushaltszucker enthalten als "zuckerfrei" bezeichnet werden dürfen. Solche Produkte, an dieser Stelle sei noch einmal besonders auf Kindertees hingewiesen, können aber andere Kohlenhydrate (wie Fructose, Maltose oder Laktose) enthalten, die vom Zahnbelag rasch zu zerstörenden Säuren vergärt werden und somit auch Karies hervorrufen können.

Da es uns jedoch bekanntlich schwerfällt, alte Gewohnheiten aufzugeben, hat sich die Industrie in Zusammenarbeit mit der Forschung bemüht, ein zuckerfreies Süßungsmittel zu finden, dass nur langsam oder überhaupt nicht von karieserregenden Mikroorganismen abgebaut werden kann, ungefähr die Süßkraft des Zuckers besitzt und nicht teurer als Zucker ist. Dabei wird heute zwischen kalorischen Süßstoffen und nichtkalorischen Süßungsmitteln unterschieden. Unter kalorischen Süßungsmittel werden Zuckeraustauschststoffe wie Mannit, Sorbit und Xylit verstanden. Sie sind nicht kariogen bzw. sind zahnschonend, enthalten jedoch wie der Name schon sagt Kalorien. Als nichtkalorische Süßungsmittel finden hauptsächlich Saccharin, Cyclamat und Aspartam Verwendung. Diese Stoffe besitzen eine extrem hohe Süßkraft, haben keine Kalorien und werden als nicht kariogen eingestuft. Allerdings eignen sie sich nicht als Füllstoff bzw. zum Backen. Außerdem sind sie immer wieder wegen angeblicher Gesundheitsgefährdung in der Diskussion.

Die Erkenntnis, dass ein Teil der zuckerfreien Produkte in den Zahnbelägen zu zahnzerstörenden Säuren vergärt wird, hat zur Entwicklung zahnfreundlicher oder auch zahnschonender Süßigkeiten geführt. Als zahnschonend wird ein Nahrungsmittel bezeichnet, wenn der Ph- Wert in der Zahnplaque bis zu 30 Minuten nach dem Verzehr nicht unter Ph 5,7 fällt.

Allerdings gibt es auch nachweislich zahnfreundliche Süßwaren. Sie enthalten keinen Zucker sondern Zuckeraustauschstoffe und Süßstoffe, die keine Karies verursachen und sind daher als Alternative zu normalen Süßigkeiten dringend zu empfehlen.
Als Kennzeichnung hierfür wurde das Zahnmännchen geschaffen. Dieses in der Schweiz entwickelte Symbol bedeutet "zahnfreundlich" und kennzeichnet alle jene Süßwaren, welche nur mit sogenannten hydrierten Zuckern gesüßt werden. Hydrierte Zucker schmecken wie gewöhnlicher Zucker, können jedoch von den Bakterien nicht zu Säure abgebaut werden. Denn gerade diese Säuren bergen das große Problem bei der Kariesentstehung.


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