Prophylaxe Fluoride
Fluoride sind Salze des überall in der Natur vorkommenden Elementes Fluor. Im menschlichen Organismus ist Fluorid ein lebensnotwendiges Spurenelement, das sich vor allem im Skelett findet. Für den Menschen optimal wäre eine Zufuhr von rund 1 Milligramm Fluorid pro Tag. Durch unsere Ernährung nehmen wir aber nur rund 0,3 Milligramm auf, da unser Trinkwasser - im Gegensatz zum Meerwasser - zuwenig Fluorid enthält. Der natürlich Trinkwasserfluoridgehalt liegt in Deutschland zwischen 0,02 und 1,8 mg/l und erreicht nur in manchen Gebieten Werte über 0,5mg/l. In Tettenweis bzw. im Trinkwasser des Wasserzweckverbandes Ruhstorfer Gruppe liegt ein Fluoridgehalt von circa 0,3mg/l vor, wobei dieser Wert schwanken kann.
Eine generelle Trinkwasserfluoridierung mit einer konstanten Menge an Fluorid ist in Deutschland jedoch nicht durchsetzbar. Die Höchstgrenze bei der Trinkwasserfluoridierung liegt bei 1,5mg/l.
Dieser Wert wird aber in manchen Mineralwässern deutlich überschritten.
Ab 5mg/l müssen Warnhinweise auf den Flaschen angebracht sein.
Der erwachsene Mensch nimmt mit der Nahrung täglich im Schnitt zwischen 0,3 und 0,7mg Fluorid auf. Dies Menge ist natürlich abhängig von dem, was verzehrt wird. Hierbei muss allerdings zwischen Fluoridaufnahme und Fluoridresorption, der sogenannten Bioverfügbarkeit, unterschieden werden.
Etwa 60-80% des Fluorids aus unserer Nahrung gelangen über den Verdauungstrakt in das Blut und sind damit bioverfügbar.
Diese Fluoride haben einen spezielle Affinität, das heisst Anhänglichkeit oder Vorliebe zu Knochen und zu Zahnhartgewebe. Der Fluoridgehalt des Knochens nimmt daher im Laufe des Lebens zu und erreicht mit 50-60 Jahren ein Plateau. Während der Wachstumsphase herrscht eine positive Fluoridbilanz - es wird mehr Fluorid aufgenommen als ausgeschieden wird. Beim Erwachsenen ist diese Bilanz ausgeglichen.
Fluorid spielt eine wichtige Rolle bei der Gesunderhaltung der Zähne.
Karies beginnt damit, dass Säuren einen Bestandteil des Zahnschmelzes - den Hydroxylapatit - herauslösen. Sind nun während dieses Prozesses Fluorid-Ionen vorhanden, so wird der Hydroxylapatit ganz einfach durch den widerstandsfähigeren Fluoridapatit ersetzt.
Mit anderen Worten: Der beginnende Kariesschaden wird wieder in einem bestimmten Maße repariert. Dabei spricht man auch von Remineralisation.
Fluoride dringen aber auch in den Zahnschmelz ein und Erhöhen somit die Widerstandskraft des Zahnschmelzes. Allerdings sind die Plaquebeseitigung und die Ernährungslenkung ebenso wichtige Säulen der Kariesprophylaxe. Fluoride entfalten nämlich ihre höchste kariesprophylaktische Wirksamkeit bei geringer bis mittlerer Kariesaktivität.
Die Erwachsenenzahnpasten mit einem Fluoridgehalt von 0,1-0,15% führen zu einer karieshemmenden Wirkung von 20%. Der Verzehr einer Tube (100g) wäre für ein 15kg schweres Kind, was etwa einem Alter von 3 Jahren entspricht, wahrscheinlich schon tödlich. Kinderzahnpasten haben die gleich karieshemmende Wirkung. Allerdings haben sie einen niedrigeren Fluoridgehalt (0,05%), da Kinder sie gerne verschlucken.
Danach sollte nichts mehr gegessen und getrunken werden. Mit dieser Maßnahme kann eine Karieshemmung von circa 20% erreicht werden. Anstelle der wöchentlichen Fluorid- Gelée- Anwendung ist es möglich, den Mund täglich nach dem Zähnebürsten mit einer Fluoridlösung der Konzentration von ca. 0,02-0,03% Fluorid zu spülen. Diese Möglichkeit der häuslichen Fluoridierung ist vor ist vor allem bei Jugendlichen mit kieferorthopädischen Apparaturen angezeigt.
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